12. Etappe Crask Inn – John o’Groats

Nachdem sich der Abend doch etwas länger hingezogen hat, habe ich beim gemeinsamen Frühstück, das erneut von Muttern frisch und liebevoll zubereitet wurde, die Zähne nicht so richtig auseinander bekommen. Die vier Ale (Black Isle Ale) vom Vorabend waren äußerst lecker verlangten während der Nacht aber nach einer Kopfschmerztablette.

Dabei konnte ich feststellen, dass es bis halb eins und um vier Uhr so hell ist, dass Zeitung lesen problemlos möglich ist. Was in der Zwischenzeit los ist, versuche ich noch herauszufinden  😉

Nachdem Porridge und full scottish breakfast restlos platt gemacht waren, habe ich ich als erster auf den Weg gemach. Starker, sehr kühler Süd-West-Wind trieb mich dabei Richtung Norden. Eine moderate 5%-Steigung gleich zu Beginn machte mich warm für den finalen Tag. 13 Kilometer bis Altnaharra, einem Dörfchen, bestehend aus einigen Häuser, einer Kirche und einem “Hotel” hatte ich schnell erreicht. Nach den Gesprächen mit den anderen Radlern entschied ich mich, hier nicht weiter der A836 nach Tongue zu folgen, sondern auf die B873 nach Bettyhill abzubiegen. Ich muss sagen: wenn ich es nicht getan hätte, wäre das ein wirklicher Grund zum Ärgern gewesen! 40 Kilometer folgte ich der einspurigen Straße durch ein Naturschutzgebiet “Strath Naver” zunächst entlang  des Loch Naver und später an seinem Abfluss dem River Naver. 

Oft sassen Schafe auf der Straße. Nur die Jungtiere ließen sich von mir beeindrucken und rannten der Mutter hinterher, teils direkt vors Rad. Die “erfahrenen” blieben stehen oder liegen – manche beschwerten sich später blökend, falls sie sich doch erscheckt hatten. Einige Fliegenfischer gingen Ihrem Hobby nach, Ob sie erfolgreich waren?

Bettyhill – Man achte auf das “Hill” am Ende, macht seinem Namen alle Ehre. Die erste Herausforderung des Tages. 50 Kilometer standen bis jetzt auf dem Tacho. Zeit für die erste Pause in einem Café der Touristinformation des kleinen Küstenortes. Eine heisse Schokolade und, mangels anderer Auswahl, ein leckeres Stücken Schokoladenkuchen draussen im Garten.

100 Kilometer waren es noch bis JOG, einschließlich des Umweges über Dunnet Head, Englands nördlichstem Punkt. Bis dahin sollte aber noch einige Zeit ins Lands gehen – es waren noch Höhenmeter zusammeln. Immer wieder gab es schöne, Abfahrten auf gutem Asphalt, um danach direkt wieder mit bis zu 10% anzusteigen. 
Die Landschaft hier: Karg, aber irgendwie schön. So in etwa muss das “Nichts” aussehen, von dem mir die Menschen auf dem Weg hierher immer erzählt hatten. “Was willst du da – da gibt es nichts.”
Zwischendurch gaben die Hügel immer wieder den Blick auf den Atlantic frei, im Hintergrund könnte ich schon die Küste der Orkney Islands sehen.
Die Landschaft wechselte erneut zu Farmland. Äcker und Wiesen beherrschten nun das Bild und gaben für das Auge wenig her.



Der Abstecher nach Dunnet Head war die Mühe und den kalten Wind wert. Schließlich waren es danach nur noch 20 Kilometer bis JOG.

1.944 Kilometer bis hier hin. Well done, “kleines Schwarzes”. Ab jetzt ist “Urlaub, schließlich fahren wir in Richtung Mittelmeer.
Alles kann – nichts muss.

2 Kommentare

  1. Well done old man;-)Hab nie daran gezweifelt. Glückwunsch und schönen Urlaub noch. Hier bei uns ist es meist zu heiss oder zu windig zum radfahrn. Dafür geht grillen und Weizen trinken ganz gut…

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.