7. Etappe Windermere nach Carlisle

Guten Morgen aus Carlisle!

Gestern hatte ich nur eine ganz kurze Etappe von 110 Kilometern hinter mich zu bringen. Das war ganz gut so, denn “Achilles” war überhaupt nicht gut zufrieden und hat ziemlich weh getan. Irgendwo hat sich irgendetwas an empfindlichen Stellen wund gerieben und der ständige Schweiß lässt eine der Hautabschürfungen am Handballen nicht so recht verheilen. Aber das ist eher nebensächlich.

Das Wetter gestern war genau so, wie man es in England erwartet: Blauer Himmel und praller Sonnenschein bei Temperaturen von über 20 Grad. Genau mein Wetter. Die Sonne hinterlässt auf meinem Kopf bereits Muster von den Lüftungsschlitzen des Helms…Sieht irgendwie ein bissl blöd aus.

Direkt nach dem Frühstück begann der ca 8 Kilometer lange Anstieg zum Kirkstone Pass, eines von den “must do” auf meiner Liste. Der Pass lag eigentlich nicht auf der direkten Route, aber ich hatte davon gelesen und wollte die Strecke trotz Gepäck unbedingt fahren. 

Gefühlt habe ich mehr gestanden und die Gegend angeguckt bzw. Fotos gemacht, als gefahren. Traumhaft. 

Nach 45 Minuten Fahrzeit war ich oben angekommen

Ich kann sagen: es hat sich gelohnt. Auch wenn das Würstchen von Frühstück sich dann und wann zurückmelden wollte. Das “Inn” hatte noch nicht geöffnet, also begab ich mich direkt auf die steile, wirklich steile Abfahrt hinunter nach Ambleside im Lake District. David, der B & B owner in Windermere hatte mich gewarnt. “The Struggle” (Der Kampf) ist eine sehr schmale Strasse und fällt mit 22% steil ab. Nicht in geschwungenen Serpentinen wie in den Alpen, sondern ziemlich direkt. Dauerbremsen war also angesagt – das Gepäck schiebt schon ordentlich von hinten.

Der Lake District trägt seinen Namen zweifellos zu Recht. Seen mit klarem Wasser an jeder Ecke. Auch hier gibt es wieder viel zu sehen und zu erwandern.

Von Ableside fuhr ich weiter bis Keswick, von ich im “Cafe Saddlebag” (Satteltasche) eine ausgiebige Mittagspause in der Sonne machte. Wer dort hin kommt: unbedingt empfehlenswert.


Danach wurde es mit der Schönheit eigentlich weniger. David hatte mir bereits davon abgeraten bis Maryport zu fahren – hässlich. So fuhr ich nur noch bis Cockermouth und dann 40 Kilometer auf der A595 nach Carlisle. Eine Strecke, die auch nicht empfehlenswert ist. Schlechter bis sehr schlechter Asphalt und viel Verkehr. Hier konzentrierst Du Dich mehr auf die Fahrbahn, als auf die Umgebung. Schade. 
Von Carlisle ist es jetzt nur noch ein Katzensprung von 15 Kilometern bis zur schottischen Grenze. 

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