Eine Woche später…

Gut eine Woche bin ich aus England zurück. Also der Körper jedenfalls. Der Kopf ist noch unterwegs. Die ersten Arbeitstage sind mir unglaublich schwer gefallen und jede Nacht verarbeite ich die Reise in meinen Träumen; bin noch unterwegs. Morgens wache ich schweißnass auf, von dem was ich die Nacht über erlebt habe 🙂

Interessanter ist jedoch, dass sich mein Körper auch immer noch im “Kriegszustand” befindet. Ich bin pünktlich um 6 Uhr früh wach, vor allem aber habe ich permanent Hunger. Der Körper vermutet, dass es jeden Augenblick wieder losgeht und fordert Kalorien um vorbereitet zu sein. Da muss ich jetzt ein wenig abbremsen, denn “los” ist es in dieser Woche nur einmal gegangen, als der “rote Büffel” nach Feierabend auf die Piste wollte. Die mittlerweile ungewohnte Sitzposition hat die Beinmuskulatur ziemlich gefordert. Von Holger habe ich die Ersatz-Sattelstütze abgeholt und eingebaut. Etwas kann ich an der Position noch feilen, aber durch die völlig andere Rahmengeometrie sitze ich grundsätzlich anders als auf dem “kleinen Schwarzen”. Wir müssen uns nach über 3000 Kilometern wieder aneinander gewöhnen ;-))

Das kleine Schwarze habe ich als allererstes auseinander- und vor allem zurück gebaut. Es war so unglaublich dreckig. Besonders natürlich die Kette, Kettenblätter und Ritzel. Zwei Nachmittage habe ich verbracht, um es wieder zum glänzen zu bringen.
Bleibende Schäden hat es außer ein paar kleinen Kratzern im Lack, die beim ihm mittlerweile eher Trophäen sind wie Kerben im Griff eines Revolvers, nicht davon getragen. Lediglich die Flaschenhalter sind gebrochen. Beide haben schon einige Jahre auf dem Buckel. Vermutlich Materialermüdung.

Unter der Woche wurde ich von vielen Menschen auf die Reise angesprochen. Die Streckenlänge und auch die Länge der täglichen Etappen hat sie alle sehr beeindruckt. Für die meisten ist das eine unfassbare Leistung. Natürlich fahren viele keine 3000 Kilometer in so kurzer Zeit, wahrscheinlich nicht einem Jahr oder über einen noch längeren Zeitraum. Aus ihrer der Sicht ist das sicher ungewöhnlich, aber ich empfinde das nicht so. Na klar, war es anstrengender, als drei Wochen am Strand zu liegen (wobei das überhaupt nicht mein Ding ist), aber für mich war es ein Urlaub. Einer, von dem ich noch lange zehren werde.

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