Frohe Ostern!

Es wird ja wohl mal wieder Zeit, hier zu posten. Der eine regelmäßige Leser hat schon nachgefragt, was los ist…

Nichts ist los. Nichts weltbewegendes jedenfalls.

Die letzten 6 Wochen in England sind wie im Flug vergangen, 3 davon war ich komplett dort. Im Gegensatz zu meinem Aufenthalt in Dover vor 3 Jahren fühle ich mich diesmal wirklich wohl. Nur die Entfernung zur Familie stört ein wenig – zumindest am Wochenende. Wenn ich nach den Trainings “nach Hause” komme, wird es langweilig.
Aaaber: Geänderte Umstände in der Firma haben ergeben, dass mich mein Chef “schnellstmöglich” wieder in Versmold sehen will.
Schnellstmöglich heißt in diesem Fall: am 23. April ist Schluss in Luton. Danach habe ich eine Woche Urlaub (Trainingslager auf Malle bis zum 02. Mai.).
Meine Mission muss ich dann also doch irgendwie von Deutschland aus beenden, während hier schon die nächsten Aufgaben auf mich warten. Zum einen personelle Veränderungen in meiner Abteilung, zum anderen eine Softwareeinführung, für die ich mich nicht nur brennend interessiere, sondern auch als Key-User vorgesehen bin.

Zum Spocht.

In Luton habe ich zwangsläufig das Laufen etwas intensivieren können bzw. müssen. Meine Trainingsrunde ist dort hügelige 17,5 KM lang. 3x wöchentlich laufe ich sie mit mehr oder eher weniger Spaß an der Sache.  Die ersten 5 KM auf sehr belebten, engen Hauptstraßen zum Teil ohne Fußweg. Wenn es denn einen gibt, ist er sehr uneben, überwuchert und von  (Dornen-)Hecken begrenzt. Die folgenden 12 KM laufe ich durch die Städte Luton und Dunstable. Eine Fußgängerzone ist dabei, wo etwas Schlangenlinienlaufen angesagt ist. Das Viertel wird offenbar überwiegend von Muslimen bevölkert. Da möchte ich keinen unnötigen Ärger provozieren und eiere ein wenig herum.

Als Läufer wird man in England offenbar nicht so richtig ernst genommen. Kaum jemand macht Platz, auch wenn genügend Platz da wäre und wenn der Läufer rechtzeitig gesehen wird. Manchmal habe ich den Eindruck, dass man mir absichtlich in den Weg geht.
Autofahrer legen es definitiv zeitweilig darauf an, so durch die Pfützen zu fahren, dass man garantiert einen Schauer von der Seite abbekommt. Das ist mir hier schon mehrfach passiert.

Dazu gehe ich 2x wöchentlich vor der Arbeit in den Pool. Mal abgesehen von den hygienischen Bedingungen (die aber doch wesentlich besser sind, als die seinerzeit in Dover), ist das für mich eine ganz angenehme Sache.
3 abgeteilte Bahnen – eine davon bislang immer mit Schwimmern in meinem Tempo besetzt (nie mehr als 3-4 auf einer Bahn), dazu kein Treibholz, wie in Versmold. Hier wird schon morgens ordentlich Dampf gemacht – auf den Nebenbahnen jedenfalls.
Am angenehmsten ist die Wassertemperatur: mollig warm – so wie in Versmold am Samstag und Sonntag beim Warmbadetag – nur dass in Dunstable jede Tag Warmbadetag ist.
Die Duschen sind einmalig. Männer und Frauen gemischt – Trikotwechsel entfällt. Auch ein Vorteil zum Hallenbad in Dover: Das Wasser fließt ab. Stinkt zwar irgendwie ein wenig nach Gulli, aber der starke Chlorgeruch am eigenen Körper, auch nach dem Duschen mit Duschbad, übertüncht das ganz locker für die nächsten 24 Stunden.

Neulich gab es schon vor dem Frühstück ekeliges zu sehen. In der Sammelumkleide stand ein Opa – gute 75plus. Faltig, Hängebauch und auch sonst wenig schön anzusehen. Aber das bringt wohl das Alter so mit sich. Keineswegs fett oder so. Aber: aus den Augenwinkel betrachtet, dachte ich, er hätte eine Windel an – weil er vielleicht nicht ganz dicht hält. Oder so.
Mit einem schon üblen Geschmack auf  der Zunge musste ich widerwillig genau hinsehen. STRINGTANGA!! Blau-Weiß-Geblümt. Also, das Geht ja gar nicht im prüden England! Dann schon lieber gemischt duschen…

Ansonsten bewege ich so oft es irgendwie geht, das Mountainbike. Sei es den kurzen Weg zur Arbeit zum einkaufen und auch, und das kommt max einmal die Woche vor, auf ein Bier in die Pinte.
An den Wochenenden konnte ich einige schöne Ausritte in die Umgebung unternehmen. Man glaubt garnicht, wie hügelig das hier ist. Der Asphalt ist zwar sehr grob und oft von Löchern (ich muss mich mal abseilen, um zu sehen, wie tief die sind) übersät, aber es macht Spaß in dieser Gegend zu fahren. Übernächste Woche nehme ich das Rennrad einmal mit, bevor ich dann nach Hause komme.

Die bis gestern geplanten 3 Halbmarathons habe ich alle sausen lassen müssen. Ich bin körperlich dazu einfach nicht in der Lage.
Nicht, dass ich keinen Halbmarathon laufen könnte – aber ich bin vermutlich 10-15 Minuten langsamer (bei deutlich höherer Anstrengung), als noch vor einem Jahr, als ich eine neue Bestzeit angepeilt hatte.

Mir fehlt irgendwie fast ein Jahr kontinuierliches Lauftraining, das muss ich erst wieder aufholen, und vor allem mit einigermaßen erträglichen Schmerzen laufen können.

Für morgen steht mein zweites Radrennen (Rund um Köln) auf dem Plan. 126,8 KM sollen es werden – allerdings entscheide ich erst morgen früh, ob ich tatsächlich an den Start gehe.
Das Wetter ist nicht mein Wetter und zudem habe ich zuhause noch reichlich zu tun, nachdem schon das letzte Wochenende, Karfreitag und Samstag von Renovierungs- und Tapezierarbeiten geprägt waren.

2 Kommentare

  1. Yeah, the Running Man is back!!
    Endlich wieder Infos. Obwohl von alten Männern mit Windel und Stringtangas??!! Das interessiert bestimmt nur eine sehr kleine Gruppe bei TT. Gruß HK

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