Frühlingserwachen

Es ist ja kaum auszuhalten. Schon am frühen Morgen wird man mittlerweile von Nachbarn geweckt, die sich den ganzen Winter über in wärmere Gefilde verpieselt hatten und nun wieder in Heerscharen angeflogen kommen. Kaum kündigt sich das Morgengrauen (oder das Grauen des Morgens) an, sind sie wach und labern in ihren Schlafgebüschen munter durcheinander. Das und die zumindest im Durchschnitt leicht gestiegenen Tagestemperaturen kündigen das Winterende an – und das ist auch gut so.
Endlich werden wieder Trainingseinheiten (fast) im Hellen, vor allem aber draußen möglich. Meine traditionelle Eröffnung der Rennradsaison zu Pappen’s Geburtstag ist dem Wetter zwar noch zum Opfer gefallen, aber ich konnte sie am vorletzten Wochenende nachholen. Das Frühjahrstreffen mit Alhambra-Nick und Fukushima-Fränk stand an. Diesmal in Bremen, das man ja recht entspannt mit dem Rad erreichen kann. Auf dem Hinweg jedenfalls.
Zum ersten Mal habe ich meinen GARMIN 705 von seiner Funktionsfähigkeit überzeugen können, einige zweifellos landschaftlich schöne Umwege werden toleriert. Auf der Strecke summierten sich diese auf knapp 10 KM. Am Samstag Abend schlugen ein paar planmäßige Bierchen und Likörchen im Bremer “Schnoor” auf die Leber und reduzierten das Hotelfrühstück am folgenden Vormittag auf ein Minimum. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellen sollte.
Bei leichtem Sonnenschein trat ich schweren Herzen am späten Vormittag den Rückweg an – 100% Gegenwind bei doch recht kühlen Temperaturen. Beides strapazierte die mentale Stärke ziemlich. Die ersten 60 KM zogen sich wie Kaugummi, erst ab 90 KM wurde es erträglich, wenngleich sich die Situation nicht verbesserte. Die mangelnde(fehlende) Energieversorgung aus dem Frühstück machte sich bemerkbar. Eine Flasche Cola und ein Snickers an der Tanke am Dümmer See linderten das Formtief nur kurz. Die Geländebeulen des Teutoburger Waldes waren hier bereits sichtbar und nur  wenige Zeit später spürbar. Dumm war es auch, das ausgerechnet hier das Schaltwerk an meinem Radl den Geist aufgab und ich nur auf zwei Ritzeln schalten konnte. OK, bergauf, schlecht im Flachen oder gar bergab. Auf den letzen 30 KM hatte ich somit meist eine recht hohe Trittfrequenz mit relativ niedriger Geschwindigkeit.
Auf dem Hinweg bin ich 153 KM in 5:22h gefahren, zurück waren es nur 148 KM. Für die habe ich aber 5:55h gebraucht.

In der letzten Woche war ich dann komplett von Montag bis Freitag in England unterwegs. Das geplante Lauftraining ist entweder meiner “Plattheit” oder dem diesigen Wetter zum Opfer gefallen. Ich kann dort eine gut 12-KM-Runde laufen, die führt aber über rund 4 KM über eine stark befahrene, schmale, hügelige und kurvenreiche Strecke mit Bundesstraßencharakter – ohne Seitenstreifen. Also nicht ganz ungefährlich. An dem einzigen Tag an dem ich die Lust zum Laufen hatte, war das Wetter so neblig, dass ich es aus Sicherheitsgründen gelassen habe.

Die ersten Trainings nach 6 anstrengenden Wochen standen dann also erst am letzten Wochenende auf dem Programm.
Am Samstag 3,4 KM Schwimmen und 75 KM auf dem dem Zeitfahrrad – geknallt (gefühlt zumindest). Die Oberschenkel waren dahin und ich war total platt. Dazu kamen die üblichen Beschwerden in der Nackenwirbelsäule und der übrigen Muskulatur bei den ersten Ausfahrten auf dem Tria-Rad zu Beginn einer Saison. Der Körper muss sich erst an die veränderte Körperhaltung gewöhnen.
Der Sonntag begann mit Fronarbeiten im Haus und einem anschließendem langen Lauf, der schon vorab nichts Gutes erahnen ließ. Dennoch habe ich den Weg zum Feldmarksee eingeschlagen – der Kurs nennt sich in meinem Trainingstagebuch übrigens “Feldmarksee – Kurz” und ist 27,4 KM lang. Zwei weitere Varianten gehen über 30 bzw. 31 KM. In diesem Jahr bin ich einmal 24 KM gelaufen, die waren schon recht mühselig. Aber am Sonntag bin sich so richtig abgek…t. Nach 21,5 KM musste ich gehen – und danach noch zweimal…

Fazit: Am kommenden Sonntag werde ich den geplanten Halbmarathon wohl nicht laufen und den Marathon in Rotterdam am 10. April schon gar nicht.

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