Kurztrainingslager Sauerland

Seit Freitagnachmittag habe ich mich in Schwalefeld, einem kleinen Dorf in der Gemeinde Willingen eingenistet, um hier eine Rad- und vor allem Höhenmeter zu sammeln.
Das Wetter ist einfach super. Sonnenschein, ein paar Wolken und mit 21-23 Grad nicht zu warm – der (Fahrt-)Wind ist immer schön kühl.
Was ich nicht auf dem Zettel hatte ist, das Willingen wohl irgendwie der Ballermann Deutschlands ist. Nicht, dass ich nicht gewusst habe, dass ich mich im Mekka der Junggesellenverabschiedungen und Ziel von Kegelclubfahrten befinde – ich habe mir keinen Kopf darum gemacht.
Also bin ich froh, auf dem Dorf zu einem günstigen Preis in einem Landgasthof untergebracht zu sein und von dem Lärm der Besoffenen – die schon morgens früh mit der Bierkanne durch die Gegend rennen,  weitgehend verschont zu bleiben.

Angereist bin ich übrigens mit unserem “Wägelchen” – dem legendären Ironman-PKW-Anhänger, in dem ich mir Radträger montiert habe. Und das nur, weil Christine mich gefragt hatte, ob ich das Triathlonrad auch mitnehme. Warum eigentlich nicht – ich habe in diesem Jahr erst zweimal darauf gesesssen. Also alles ab in den Anhänger und das ganze andere Geraffel (wie ein Umzug) ins Auto.

Am Freitag bin ich dann nur eine kurze 50-KM-Runde mit dem Rennrad gefahren und anschließend einen kleinen Koppellauf über 8,6 KM gelaufen. Die Beine waren sehr schwer, so hat das gereicht.
Am Abend habe ich mich mit Jens auf ein, na ja zwei Bier getroffen. Jens ist nur mit dem Tria-Rad angereist – ein Fehler, wie sich erwiesen hat  ;-))

Am Samstag sind wir gemeinsam von Willingen aus gestartet und wollten mit Hilfe des Garmin die herunter geladene Route der 3-Seen-Runde (Diemelsee-Twistesee-Edersee) fahren. Die Technik hat uns bitter im Stich gelassen, so sind vor nach gut Dünken gefahren, was in dieser schönen Landschaft auch nicht schlecht war. Nach etwa 60 KM haben wir uns getrennt, Jens zurück nach Willingen und ich wollte unbedingt noch zum Edersee, nachdem wir den Diemelsee gesehen hatten.
Auf dem Weg dahin vertraute ich wieder dem Garmin und nach insgesamt 85 KM, die zum Teil über herrliche Wege führten, war ich in Waldeck. Hier gönnte ich mir ein Erdinger Alkoholfrei und eine Portion Spaghetti, was sich als eine gute Wahl (Energie) herausstellen sollte.
Nach der Mittagspause fuhr ich noch bis zur Staumauer und eine kurze Schleife über Hemfurt. Erneut an der Staumauer angekommen, entschied ich mich nun auch noch bis zum Twistesee zu fahren, ohne zu wissen, wie lang die gesamte Strecke wird. Jens hatte mir vorher den Floh ins Ohr gesetzt “du fährst heute 180 KM”.

Na ja. Nachdem die bisher gefahrenen 90 KM tendenziell eher bergab gingen und von etwas Rückenwind begleitet waren, drehte sich der Spieß jetzt um. Die Anstiege wurden im Verlauf des Nachmittags steiler. 9-10 % keine Seltenheit. Dennoch kein Problem, das Südende des Twistesees zu erreichen. Eine kurze Schleife noch über Bad Arolsen und dann Richtung Willingen. I can tell you: Die letzten 20 KM waren kein Spaß mehr.
186 KM sind es geworden mit etwas über 2400 Höhenmeter. 7 Stunden war ich unterwegs.
Aber Spaß hat es gemacht.
Heute früh im Bett war ich schon der Auffassung, überhaupt nicht aufs Rad zu können. Dummerweise hatte ich Jens gestern noch eine SMS geschickt, dass wir uns um 10:30h in Willingen treffen sollten…
Haben wir dann auch.
Nach 10 KM liefen die Beine wieder rund und wir fuhren eine sehr schöne, lockere Runde nach Winterberg und um den Kahlen Asten herum, ehe wir nach 95 KM wieder zurück waren. 1400 HM waren das, die zu einem großen Teil aus wirklich heftigen Anstiegen mit einmal 15% bestanden. Hier musste ich dann auch kurz das dritte Kettenblatt in Betrieb nehmen – mit der Übersetzung der Kompaktkurbel auf dem Triathlonrad hätte es mich wohl zerrissen.

Nach der Ausfahrt habe ich noch einen kurzen Koppellauf über 8,6 KM gemacht, was recht zügig in 39 Minuten über die Bühne ging.

Schmerzen habe ich keine nennenswerten, zumindest nicht auf dem Rad, beim Laufen sind die Beine etwas schwer, die Bandscheibe meckert “nur” bei Anstiegen.
Ab morgen früh soll das Wetter umschlagen und regnen. Wenn dem so ist, laufe ich nur ein wenig und fahre dann nach Hause. Wenn sich das Wetter hält, fahre ich noch eine Radeinheit.

Bin sehr gespannt auf das Resultat der Mitteldistanz am ersten Juni-Wochenende in Hannover. Gelohnt hat sich dieses Wochenende auf jeden Fall. Es hat auch erste Aufschlüsse im Hinblick auf die Transalp gegeben und neue Fragen in Bezug auf Gepäck(Transport) und Unterwegsverpflegung aufgeworfen.

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