Tag 2: Carradale Bay – Campbeltown

Einmal um die Ecke, bitte.

Knapp 30 KM kann ich mir heute ins Buch schreiben. Die aber habe ich mir auch hart erkämpfen müssen. Zwar nicht bis zur Erschöpfung, aber immerhin.

Schon früh schien die Sonne auf mein Zelt und wärmte es auf. Kuschelig war das; ich wollte mich nach einem guten Schlaf nur ungern lösen. Musste ich aber wohl, während alle anderen offensichtlich noch schliefen. Nach dem Waschhaus-Gang hätte sich das mit dem Sonnenschein bereits erledigt. Was man alles so verpasst, während man schläft…

Mit ansteigender Temperatur und zunehmender Luftfeuchtigkeit waren auch die allesfressenden Midges schon wieder aktiv. 2 Kännchen Kaffee gab es also unter der Plane anstatt auf der Terasse. Frühstück fiel aus wegen nix da.

Das Zelt war innen und außen klatschnass vom Tau und Kondenzwasser der Nacht als es Zeit wurde, einzupacken. Mangels Wind und/oder Sonnenschein blieb mir, nachdem ich fast alles mit Mütze, Halstuch und langer Bekleidung bereits im geschlossenen Zelt schwitzend verpackt hatte, nichts anderes übrig, als die nasse Behausung mit viel Wasser einzuwickeln. Etwas mehr Gewicht. What shall’s?

Um 9:20 Uhr jagte ich die Trägerrakete dann wieder auf die Piste an der Ostküste Kintyres entlang in Richtung Süden. Die B842 hatte sich nicht verändert 🤔 und sorgte schon nach 2 Kilometern für eine Überhitzung des Motors.

Es war heute nicht neblig, aber sehr dunstig, was so richtig schöne Aussichten auch nicht hergab.

Ein Geisterschiff im Nebel

Ursprüngliche Wälder, wieder mit sehr viel Farn, Ginster, Rhododendron und moosbewachsenen Bäumen wechselten sich Schaf- und Kuhweiden ab. Forstwirtschaft geht hier anders als zuhause.

A long and winding road

Campbeltown nach ca 25 Kilometern. Schön warm war es mit etwas Sonnenschein, aber über der Bucht zogen düstere Wolken auf. Eben schnell das Gepäck im B&B abgeben, Frühstücken bzw. Mittagessen und dann weiter mit ganz leichtem Gepäck zum Mull of Kintyre. So weit der Plan.

Frage: “Wie weit ist das wohl? 20 Miles or so?”

Antwort: “Ich kann mich nicht erinnern” Hmmm…

Campbeltown

Auch gut. Also erstmal in den Ort zum Hafen, mit einer guten Portion Fish&Chips liebäugelnd. Fehlanzeige. Dafür nach eingehender Suche ein leckeres Panini und eine Dose Coke auf einer Bank im kleinen Hafen. Das liess sich gut aushalten.

Prioritäten setzen!

1. Ich habe Urlaub und bin nicht auf der Flucht!

2. Eine Zimerflack zur Verteidung des Körpers gegen Midges kaufen. Alternativ: Chemiewaffen

3. Essen kaufen. Wenigstens etwas, damit ich die nächsten beiden Tage auf Islay so einigermaßen überleben kann. An Einkaufsmöglichkeiten erwarte ich da nicht so viel. Ähnlich wie gestern….

Also bin ich heim gefahren, habe meine Wäsche gewaschen und das nasse Zelt zum trocknen in den Garten gebracht. Da lief einiges heraus… Den kleinen Tesco im Ort habe ich heimgesucht, einige Konserven, fertigen Porridge, etwas Bier und zu Essen für heute Abend gekauft. Die Apotheke führte die notwenige Chemie und überließ sie mir gerne.

Rein zufällig kam noch ein Whisky Shop des Weges, der mir ein kleines Fläschchen für kalte Abende abfüllte.

Zwischenzeitlich war dann auch der Regen da und machte mein fast trockenes Zelt wieder nass.

Zelt trocknen… zum zweiten Mal

Der Tag morgen: noch einmal etwas anstrengend. An der Westküste entlang bis hoch nach Kennacraig. Dort muss ich um 13:00 Uhr die Fähre erreichen, die mich in zwei Stunden nach Islay bringen soll. 52 Kilometer mit sägeblattcharakter sind es bis zum Hafen. Auf Islay dann noch 26 bis zum Camping.

Vermutlich melde ich mich erst am…. welchen Tag haben wir heute?…. Freitag. Also melde ich mich wohl erst aus dem nächsten B&B in Adrishaig auf dem Weg nach Oban am Montagabend.

Bleib dran – bestimmt wird es toll

2 Kommentare

  1. Hallo Reiner
    Ich hab jetzt nur Paul McCartney im Kopf, du und Kintyre
    Also die Flora gefällt mir ja hätte ich auch gerne das ein oder andere imGarten. Ok dir steht hier der Sinn wohl eher nach 20 grad Windstille und ein wenig mehr Sonne….ich sach noch „mach dat mal in Istrien…ab mitte April wenn das Hotel offen hat.
    Ja aus der Ferne lässt sich leicht reden.
    Na dann mal gute Nacht Grüße aus so Ca. 1900 km Ferne
    Bleib im Sattel und Cherio
    Vg Chris

    1. Hallo Chris,
      Wegen dem Paul bin ichnüberhauptbhier hin gefahren 🤣 Na ja. Beim nächsten Mal halt…
      In Istrien habe ich mir den Arsch abgefroren. Dagegen ist hier Hochsommer!
      Schönes Wochenende Euch

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