Tag 5: Port Ellen – Ardrishaig

Ich hätte dem Wellenrauschen gerne noch ein wenig zugehört.

Nach einer wunderbar ruhigen Nacht, in der mich nur meine Rückenschmerzen ab und an vom Schlafen abhalten, bin ich schon um 6:45 Uhr aus den Federn. Genauer gesagt: aus der Kunstfaser.

Drei Stunden später sollte die Fähre zurück nach Kennacraig abgelegen. Auf das Frühstück habe ich komplett verzichtet. Gestern Abend gab es ja ausreichend zu Essen und abwaschen gehen wollte ich heute früh auch nicht. Alles macht dort einen etwas schmuddeligen Eindruck.

Der ganz leichte Wind hatte das Zelt bereits vom Tau getrocknet, sodaß ich in Ruhe einpacken und mich auf den Weg machen konnte.

P.S.: habe ich erwähnt, dass mir gestern der Ständer von meinem Rad abgebrochen ist? Der konnte wohl (im Gegensatz zu mir) mit dem Gewicht nicht leben. Beide Schrauben sind direkt am Rahmen abgerissen.

Ein Fall für die Schrauber…. 🙋‍♂️

Wenn ich das Rad jetzt nicht irgendwo gegenlehnen kann, macht der fehlende Ständer das Aufsatteln entsprechend schwieriger. In den Dünen gibt es keinen Steigbügelhalter…

Anyway. Schon kurz nach 8 Uhr stand ich am Anleger. Wie schon auf der Hinfahrt kam und legte das Boot überpünktlich ab.

An Bord gönnte ich mir ein belegtes Brötchen und eine heiße Schokolade. Irgendwie war mir kalt. Wahrscheinlich lag es an der erneut trüben Sicht. Optisch wie im November, nach dem Anlegen knapp 20 Grad und sehr hohe Luftfeuchtigkeit.

Ca. 55 Kilometer hatte ich noch vor mir. Selbstverständlich hat sich der Reiseleiter wieder die landschaftlich Reizvollere ausgesucht. Warum auch nicht. Die ständigen Rampen trainieren die Muskeln schon für den Ötztaler Radmarathon Anfang September. Das Wetter blieb merkwürdig. Ein paar Regentropfen, sonst überwiegend wolkig. Die Temperaturen schwankten zwischen 12 und 23 Grad

Die vorgelagerte Insel Jura konnte ich leider immer wieder nur schemenhaft sehen, auf den Fotos wirkt das leider gar nicht.

Ein Blick zurück nach Islay
Jura im Hintergrund

Kurz vor Schluss habe ich mir noch einen 3 Kilometer langen Anstieg ins Roadbook geschrieben. Dann 5 Kilometer krachend herunter. Auf dem Single Track immer schön vorausschauend fahren… Dann war ich da. Kilifan View B&B, kurz vor Ardrishaig gelegen.

Kurz vor ist gut. Die Nächste Möglichkeit zum Essen: 3 Kilometer, der nächste Supermarkt liegt in fast 6 Kilometern Entfernung. Mandy, meine Gastgeberin heute, bot mir sogleich an, mich zu dem Restaurant zu fahren. Das lehnte ich erstmal ab und organisierte statt dessen, dass sie mir meine Wäsche durchwusch. Danach kam ich auf das Angebot zurück, fragte aber nach einem Lift zum Supermarkt. Das isses halt günster und ich kann mein kühles Bier auf dem Zimmer geniessen, während ich diese Zeilen schreibe. Das hat nämlich einen Minikühlschrank 😏

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