Tag 9: Lochboisdale – Leverburgh

Manchmal muss man über 60 Kilometer radeln, bis es schön wird.

Patsy die B&B Betreiberin verhielt sich äußerst wortkarg. Sie fragte mich weder nach dem woher und wohin, geschweige denn nach meinen Namen. Nach einer gefühlt zu kurzen Nacht gab es von ihr ein gutes Full Scottish Breakfast, das mich nach meiner gestrigen Diät wieder in die Spur brachte.

Um Punkt 9 Uhr war ich auf der Straße, nachdem ich der Kette noch ein wenig Öl spendiert habe. Während der Fahrt musste ich die Schaltung noch ein wenig nachjustieren damit das Rasseln und Spingen der Kette nachließ.

Es war frisch, der Himmel trüb. Kein Vergleich zu gestern.

Kein Vergleich war auch die Gegend um mich herum.

Während ich gestern auf die Fähre wartete, habe ich Radler getroffen, die in der entgegengesetzten Richtung unterwegs waren. Sie berichteten, dass South Uist gruselig wäre und Benebecula so la la. Mh. Sie hatten recht. Ich hoffe mal, dass South Uist das hässliche Entlein unter den Hebriden ist. Trostlose Landschaften, heruntergekommene, oft schlecht gepflegte Anwesen prägten das Bild, von dem ich nur wenige Bilder gemacht habe. Nordfriesland in schlimmer. Ausgesprochen enttäuschend bis hier hin.

Auf Benebecula änderte sich das ein wenig zum Besseren. Noch immer nicht schön, ganz und gar nicht. Die Besiedlung nahm zu, Die Insel ist von hunderten kleiner Lochs übersät. Der örtliche Airport mit Wohn- und Gewerbeansiedlungen drumherum macht die Insel nicht schöner.

Schlagartig änderte sich das, als ich auf North Uist ankam. Über 20 Kilometer weit fuhr ich durch ein Hochtal mit Mooren, Lochs, Torfabbau und Lachsfarmen. Angenehmer Wind schob mich nach Nordosten über Lochmaddy bis nach Berneray. Hier musste ich Nun 3 Stunden auf die nächste Fähre nach Leverburgh ausharren. Alternativ in einem muffigen Warteraum oder eben draußen. Da ich mich für das Letzte entschied, war ich später entsprechend durchgefroren.

Eine Stunde später konnte ich im gut besuchten Bunkhouse einchecken. Duschen, Wäsche waschen, Fisch&Chips essen.

Auf die Nacht im 4-er-Zimmer bin ich mal gespannt.

Nach der heutigen Flachetappe über 95 Kilometer und nur 550 Höhenmeter wird es morgen sportlich herausfordernd: 116 Kilometer und knapp 1200 HM.

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