OstseeMääääään!

Geschafft!
2 Langdistanzen in drei Wochen. Dazu noch ein gerüttelt Maß an Spaß und fertig ist die Anmeldung für 2009.

Na ja. Fast jedenfalls.

Nachdem wir vier bereits am Freitag Mittag in Glücksburg angereist waren, war nach einem schönen Samstag im Strandkorb gestern endlich einmal “Reiner-Döpke-Wetter”.
Zunächst sah es nicht danach aus, nachdem es pünktlich zum Aufstehen angefangen hatte zu regnen. Die Temperaturen lagen am frühen Morgen schon bei 18 Grad – das konnte nicht schief gehen.

Um 5:45 h hatten mich Christine, Lisa und Jennie an der Wechselzone abgesetzt – ich glaube, ich war der einzige Triathlet mit Regenschirm :-))
Nach der kalten und nassen Erfahrung in Roth hatte ich meine Lektion gelernt, alle Kleider in wasserdichte Säcke verpackt und mir selbst eine dünne Plane zum überziehen mitgenommen. So konnte ich in aller Mutterseelen Ruhe mein Rad und meine Wechselzone vorbereiten, während andere noch mächtig am Schimpfen waren.
Wie die Veranstalter es versprochen hatten, ließ der Regen schon bald nach und die Stimmung in der Wechselzone stieg unaufhaltsam. Der Aufbau und Ablauf in der Wechselzone war ähnlich dem der Challenge Roth. Selbst die Kleiderbeutel waren die gleichen. Trotzdem gefiel mir der Ostseeman schon jetzt besser. Vielleicht lag es an den wärmeren Temperaturen oder/und an den kurzen Wegen.

Um halb sieben ging ich wie viele andere auch schon einmal zum Start an den Strand und genoß dort die noch gespannt – ruhige Stimmung des anbrechenden Morgens.

Pünktlich um 7 Uhr ertönte dann der Countdown zum Massenstart vom Strand an der Kurpromenade, und ab ging es in das salzige Wasser der Ostsee – dass was mich im letzten Jahr dazu bewogen hatte, mich zu diesem Event anzumelden!

Seit meiner Kindheit war ich nicht mehr in der Ostsee geschwommen.
Der Wind der letzen Stunden hatte das Wasser der Flensburger Förde ein wenig “rubbelig” gemacht – weit weniger, als ich erwartet hatte.
Die 3,8 KM Schwimmstrecke war ein zweimal zu durchschwimmender Dreieckskurs. Zunächst schwammen wir mit der Dünung, dann ging es genau in den Gegenwind und gegen die Wellen. Hier fiel mir und vielen anderen die Orientierung sehr schwer. Die Bojen waren zwischen den Wellentälern nicht bzw. spät zu erkennen. Auch das Schwimmen selbst strengte weitaus mehr an.

Dummerweise trafen mich um Laufe der ersten Schwimmrunde drei kleinere Feuerquallen ins Gesicht und an den Hals, was sich als langwieriges Ärgernis herausstellen sollte. Bis zu 30 Stunden halten die Hautirritierungen wohl an.

Wider Erwarten kam ich schon nach 1:11:16h aus dem Wasser – Immerhin als 28. der Einzelstarter (was vielleicht nicht für die Qualität des Starterfeldes, dafür aber für meinen Neoprenanzug spricht ;-)) )

Der erste Wechsel gestaltete sich recht kurz. Schon nach gut 4 Minuten saß ich im Sattel.
6 Mal war die nicht ganz einfache 30 KM-Runde zu durchfahren. Wer hier im äußersten Norden der Republik “plattes” Land erwartet, der irrt sich gewaltig. Es kamen knapp 1.200 Höhenmeter zusammen – mehr als beim Ironman in Frankfurt.
Dennoch ist das eine Radstrecke, die einfach Lust auf mehr macht – guter Asphalt und viele Abfahren auch denen man Tempo machen kann.
Trotzdem der Wind von Runde zu Runde zunahm, ließ der Spaß nicht wesentlich nach. Auch nicht, als es zu Beginn der letzen Runde anfing zu Regnen. Bei jetzt 20 Grad machte mir das nichts mehr aus. Die Temperatur fiel nur auf 18 Grad Grad – kein Vergleich zu dem Gefühl in Roth.

Wer es nicht glaubt: Auch in Glücksburg gibt es einen “Solaraer Berg” – sicher heißt der anders, er ist nicht so lang, nicht so steil und die Zuschauermassen sind nicht so dicht gedrängt – aber: die Stimmung ist da und macht Gänsehaut. Sechs Mal.

5:43:45 h waren vergangen, als ich nach einem kurzen Boxenstopp von 02:27 min in der Wechselzone, in dem mir mein Rad abgenommen wurde und ich die Laufschuhe anzog, auf die Marathonstrecke ging. An Position 38 der Einzelstarter.

Sonniges Wetter, etwas Wind gefühlte Temperatur von über 20 Grad – was will man mehr?

Die ersten beiden der insgesamt fünf 8,44-KM-Runden vergingen fast wie im Flug. Auch der erste Teil der dritten Runde. Dann begannen wieder die Schmerzen, denen ich auch schon in Roth ausgesetzt war. Irgendwo um die Halbmarathonmarke herum war denn aus mit Lustig und das Walking begann. Diesmal allerdings wesentlich unterhaltsamer als in Roth weil es schon mehr “Leidensgenossen” gab, und weil auch meine Laune durchaus oder trotzdem im grünen Bereich war. Es war abzusehen, dass ich die 2. Langdistanz in drei Wochen schaffen würde – kein Gedanke an einen Abbruch. Dazu trug auch meine Familie bei, die ich auf jeder Laufrunde traf und mit der ich kurz ein Schwätzchen ;-)) (= willkommener Anlaß zum Stehen bleiben) halten konnte.

Der Marathon steht mit 4:41:32h zu Buche (Platz 71).

Die Endzeit von 11.36.36h bescherte mir Platz 219 und den 56. meiner Altersklasse. Das ist aber unwichtig und nebensächlich.

Denn: ich bin jetzt

DER
OSTSEEMAN !!

3 Kommentare

  1. hallo reiner,

    glückwunsch zum gelungenen finish an der ostsee.
    ich habe deinen schönen blog erst gestern durch zufall entdeckt.
    ich bin ebenfalls in roth gestartet (erste ld in 10:52) und habe ähnliches empfunden. trotzdem hat es bei mir noch ganz gut geklappt. gestern habe ich mich gleich zum ostseeman angemeldet und fiebere jetzt gespannt den diesjährigen berichten entgegen, nachdem mir einige von dieser schönen, familiären veranstaltung vorgeschwärmt hatten. einen tipp habe ich aber von einem rettungsschwimmer vorab schon bekommen: mit melkfett einzureiben hilft gegen feuerquallen vorzubeugen.

    grüßle oli

  2. Hallo Oli,

    danke für deinen Kommentar.

    Ja, es ist eine wirklich schöne Veranstaltung, die meines Erachtens ohne weiteres mit Frankfurt oder Roth konkurrieren kann. Kleiner eben, aber das ist nicht unbedingt schlecht. Besonders die Radstrecke finde ich gut.
    Sehr Zuschauerfreundlich sind die häufigen Zieldurchfahrten bzw. -läufe. Als Athlet muß einem das allerdings auch liegen – besonders, wenn es schwer wird, durchzuhalten

    Melkfett. Hhhm. Ich hätte da bedenken, dass die Schwimmbrille nicht mehr dichthält, wenn versehentlich fett an die Dichtung kommt. Ich mir so in Kulmbach passiert, das hatte ich wohl noch Fettreste an den Fingern, als ich die Brille aufsetzte.

    Herzlichen Glückwunsch noch zu deinem Super-Ergebnis in Roth. Gerde bei dem Wetter und bei der ersten LD. Respekt. Davon träume ich noch einmal ein weiteres Jahr.

    Grüße
    Reiner

  3. hallo reiner,

    das mit dem melkfett habe ich auch noch nicht getestet. deine bedenken klingen aber logisch.
    damit muss ich mich zum glück erst im nächsten jahr beschäftigen.

    wir liegen zeitenmäßig in den einzeldisziplinen nicht weit auseinander 1:10/5:50/3:40.
    (ich habe noch eine radschwäche die bekämpft werden muss).

    allerdings bin ich bisher weitgehend verletzungsfrei geblieben, was wohl ein großer pluspunkt ist, wenn ich so von deinen unschönen bandscheibenleiden lese.

    hast du dich schon für nächstes jahr auf der ld gemeldet?
    viel möglichkeiten scheint es ja nicht mehr zu geben.

    schöne regeneration wünscht
    oli

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