Tag 14: Ullapool – Gairloch

Warum lügt die Wetter App eigentlich nicht, wenn es besser wäre?

Pünktlich um kurz nach 11 Uhr begann es zu regnen.

Da war ich schon zweieinhalb Stunden der 32 Kilometer unterwegs. Im Zelt habe ich es nicht lange ausgehalten. Die Aussicht auf Dauerregen und Sturm haben mich rausgetrieben. Kühl war es, 11 Grad und von der See zogen dunkle Wolken hoch. Die Geschäfte hatten noch geschlossen, als ich Ullapool verließ – kein neues Gas also. Ich denke aber, dass ich die nächsten Tage über die Runden komme.

Die ersten 20 Kilometer überwiegend am Loch Broom entlang waren natürlich wieder wellig ins Landesinnere hinein und brachten mich zum schwitzen. Das sollte sich auch nach dem Abzweig auf die Scenic-Route in Richtung Gairloch 10 Kilometer lang nicht ändern. Die Landschaft war auf dem ersten Stück von sehr viel Wald geprägt, das änderte sich unmittelbar nach dem Abzweig während und nach dem Anstieg zu einem Hochplateau. Karges Hochmoor. Es ist übrigens interessant darauf zu gehen. Bei jedem Schritt gibt es nach und federt.

Die Temperatur war zwischenzeitlich auf 8 Grad gefallen. Schwitzen und frieren gleichzeitig ist nicht so schön. Entsprechend angefressen war ich auch, als ich im Postoffice von Laide kurz eine Packung Wraps und eine Dose Cola kaufte und die draußen im Regen umgehend platt machte. Für schöne Landschaften hatte ich weder den Sinn noch den klaren Blick durch die nasse Brille. Der mittlerweile heftige Gegenwind rüttelte ganz schön am Fahrrad und meinen Nerven.

Selbst die krachende Abfahrt vom Hochmoor machte wegen der Kälte keinen Spaß mehr.

Direkt in Gairloch gibt es einen Campingplatz, der sah allerdings wenig ansprechend aus, hatte wenig Windschatten zu bieten und war nicht der, den ich mir ursprünglich ausgesucht hatte. DER lag natürlich wieder 5 Kilometer weiter außerhalb. Eine Jugendherberge ließ ich nach kurzem hardern hinter mir zurück: Der Campingplatz ist ja groß und wird schon ausreichend windgeschützte Plätzchen für mein kleines Zelt haben.

Wie blauäugig kann man eigentlich sein? Direkt in den Dünen am Meer gelegen. Dünen. Nur Dünen, keine Hecke, kein Zaun. Im Sommer muss es hier wohl schön sein 🤔

Da saß ich nun mit meinem Talent und suchte mir eine Ecke, die wenigstens etwas Wind abfing. Alternativen gab es keine. Zunächst habe ich nur das Überzelt aufgebaut, alle Taschen reingestellt, habe dann erst einmal ausgiebig heiß geduscht, anschließend die Waschmaschine angeworfen und erst dann das Zelt zu Ende eingeräumt.

Beim Essen und einer Kleinigkeit Whisky wurde mir dann auch langsam wieder warm, während der Sturm nun heftig an der Plane zerrte.

Zum ersten Mal auf dieser Reise habe ich auf dem Campingplatz noch nicht einmal Telefonempfang, geschweige denn Internet.

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