Tag 20: Gartocharn – Ivrine

Irgendwie konnte ich nicht mehr liegen. Eigentlich nichts Neues, denn Rücken- oder sonstige Schmerzen habe ich auf der Isomatte jede Nacht.

Heute soll nun aber der letzte Tag meine Radreise anbrechen. Einschlafen kann ich um halb 7 nicht mehr und nutze die Zeit um halbwegs trocken einzupacken. Schon um 8:45 Uhr bin ich auf der Piste. Der Wind treibt mich 3,5 Kilometer lang von hinten an. Dann beginnt der Kampf. Rückwirkend kann ich sagen, dass das heute der össeligste Tag überhaupt war. Bei zunächst 11 Grad ging es in Achterbahnfahrt allmählich auf 270 Meter Höhe. Je näher ich an Glasgow herankomme, desto fieser wird der Verkehr und der Asphalt.

Nach gut 20 Kilometern erreiche ich in die Außenbezirke der Stadt. Auch nicht schön, aber immerhin bergab bis zum zum Tunnel unter dem Rover Clyde. Anschließend wird es für weitere 30 Kilometer so richtig ätzend. Gegenwind (stark, na klar), unter 9 Grad kalt und heftige Anstiege jenseits der 10%. Daran können die Beine am letzten Tag so wirklich gar keinen Gefallen finden. Für 10 Kilometer benötige ich zwischendurch 54 Minuten. Es geht weiterhin sehr wellig durch Farmland zurück in Richtung Küste. Nicht sensationell schön. Daher gibt es auch keine Fotos.

In Irvine stand mein Auto noch am selben Platz 🤗 Ein Schwätzchen mit dem Kollegen im Büro der Spedition

Wat Nu? Ein Hotel hatte ich nicht gebucht und B&B in der weiteren Umgebung sprengten mein Budget. Bis 85 Pfund sind schon ein Brett! Als Alternative drängt sich der Holiday Parc in Prestwick auf. Der ist mit 20 Pfund zwar auch sehr teuer, aber eben eine günstige Alternative.

Die Lage unmittelbar am Airport stört nicht. So viel ist da nicht los. Immerhin hat der sehr saubere Platz mit sehr freundlichen Betreibern einen angeschlossenen Pub mit sehr humanen Preisen. Mir wird ein windgeschützes Plätzchen empfohlen, das ich gerne annehme. Leider dreht der Sturm in der Nacht, steht wieder direkt auf dem Zelt und drückt auch Regenwasser ins Innere auf die Plane. Nasse Schuhe sind die Folge.

Irgendwie prasselt der Regen beruhigend aufs Zeltdach. Beunruhigt bin ich ja eh nicht und kann bei Regen und Wind gut einschlafen. Totale Entspannung. Vielleicht, weil ich fertig habe, oder weil ein trockenes, warmes Auto als Notlösung neben mir steht? Keine Ahnung.

In Gedenken an die Corncrake aus Shawbost gab es zum Abschluss noch ein passendes Ale.

Morgen früh sehen wir mal wie es weiter geht.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.